Arbeitsbereiche

Arbeitsbereiche

Die aus dem Leitthema „Privatheit und Digitalisierung“ resultierenden Aspekte
und Fragestellungen erfordern eine interdisziplinäre und interfakultäre Zusammenarbeit. Gleichzeitig wird das Thema in Arbeitsbereiche unterteilt, die schon für sich alleine, mehr aber noch in ihrer Synergie dazu beitragen, das Ziel des Graduiertenkollegs zu erreichen und die vielfältigen Verwicklungen von Privatheit und Digitalisierung nachhaltig zu systematisieren.

Die vier Kernarbeitsbereiche des Graduiertenkollegs werden im Folgenden mit ihren jeweiligen Forschungsfragen und Zielsetzungen kurz umrissen.

 

 

Ein Beispiel interdisziplinärer Zusammenarbeit

Im Bereich der Medien reicht heute eine juristische Analyse allein nicht mehr unbedingt zu einer umfassenden Einordnung aus. Vielmehr bedürfen dort auch terminologische, semantische, kulturelle, symbolische und medienwissenschaftliche Aspekte der Privatheit einer Betrachtung: Mediale Repräsentationen des Privaten müssen zunächst in ihrer spezifisch medialen Dynamik durch medienwissenschaftliche Methoden erschlossen werden, bevor sie sinnvoll Gegenstand anderer Disziplinen werden können. Im Anschluss daran sind Repräsentationen von Privatem im öffentlichen Raum ebenso Gegenstand rechtlicher Erwägungen wie auch der empirischen Bildungsforschung im Hinblick auf Mediennutzung und -wirkung.

Mediale Repräsentationen von Privatem schaffen gegenwärtig Äußerungsformen, die neue Diskurse und virtuelle Möglichkeitsräume ausbilden (z.B. in Social Networks) bzw. bestehende Räume (wie den der Öffentlichkeit) transformieren. Die Dynamik dieser Phänomene ist eine fortwährende juristische wie soziologisch-pädagogische Herausforderung: Prozesse der Entgrenzung des Privaten in der öffentlichen Inszenierung oder medialen Kommunizierung modifizieren tradierte Rollenbilder und erfordern differenzierte rechtswissenschaftliche Lösungsansätze.

Gerade aber Wissen über die rechtlichen Rahmenbedingungen von Privatheit und deren Auswirkungen auf das Verhältnis von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ist wiederum Grundvoraussetzung für Ansätze in anderen Arbeitsbereichen. Entsprechende Betrachtungen können sich aber nicht auf einen Kulturraum bzw. eine Rechtsordnung beschränken, sondern haben den Kulturraum Europa, der durch normative Vorgaben völker- und unionsrechtlicher Natur das nationale Recht zu beeinflussen vermag, mit in den Blick zu nehmen: Hinsichtlich unterschiedlicher, der Privatheit eingeschriebener Werte und Normen ist eine kulturspezifische und interkulturell vergleichende Perspektive für die Rechtswissenschaft unabdingbar.

Weiterhin werden kulturelle Prozesse der Abgrenzung von Privatem und Nicht-Privatem auch von informationstechnologischen Neuerungen begleitet. Daher stellt sich die Frage, wie das Recht auf diese Veränderungen reagieren soll: Die Entwicklung der sogenannten Neuen Medien hat in Form von neuen Fernsehformaten, Mobilfunk-, sowie Internetdiensten und -portalen eine Entwicklungsstufe erreicht, die eine Begleitung und Regelung dieser Potenziale durch das Recht unabdingbar erscheinen lässt.

Zudem lässt sich auch eine kulturelle Dynamik erkennen, die das Konzept der Privatheit im Kern berührt und somit einer multiperspektivischen Betrachtung bedarf.

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