Ziele

Ziele

Das Graduiertenkolleg widmet sich in der Verlängerungsphase den privatheitsspezifischen Aspekten der Digitalisierung und greift damit ein Thema von hoher Aktualität und politischer Relevanz, gesellschaftlicher Brisanz und einer herausragenden wissenschaftlichen Bedeutung auf.  Ziel des Graduiertenkollegs ist es, den Stellenwert des Privaten unter den Bedingungen von Digitalisierung und zunehmender informationeller Fremdbestimmung zu justieren und die vorhandenen Privatheitskonzepte auf den Prüfstand zu stellen. Dies geschieht in den drei Arbeitsfeldern „Digitalität“, „Überwachung und Kontrolle“ sowie “Selbstbestimmung und Verantwortung“. Die Komplexität der ungelösten Probleme im Schnittfeld von Technik, Recht, Ethik, Kultur und Sozialverhalten erfordert eine interdisziplinäre wissenschaftliche Forschung, die an der Universität Passau einen idealen Nährboden hat.

Privatheit und Digitalisierung

In der ersten Förderperiode konnten die Bedingungen der Formierung einer integrativen Theorie der Privatheit ausführlich beleuchtet und die Unmöglichkeit einer Zentralperspektive, von der aus eine solche Theorie zu formulieren wäre, untermauert werden. Diese Arbeiten sollen in der zweiten Förderperiode vor allem um medienwissenschaftliche, medien- und informationsrechtliche und medienethische Aspekte erweitert werden. Damit sollen weiterhin juristische Perspektiven mit kulturwissenschaftlichen Ansätzen kombiniert werden. Das neue Forschungsprogramm resultiert unmittelbar aus den Forschungsergebnissen der ersten Förderperiode. Die Spezialisierung stellt sich aus Sicht des Kollegs als Notwendigkeit dar, um die aktuell dringendsten Desiderata der Privatheitsforschung aufzufüllen und aktuelle gesellschaftlich-kulturelle Problemfelder zu beleuchten und aus rechtlicher Sicht zu entschärfen. Es sollen dabei folgende Ansprüche verfolgt werden:

1. Aktuelle theoretische und methodische Ansätze zur Analyse der Digitalität aus rechtlicher und kulturwissenschaftlicher Perspektive sollten mit entsprechenden Ansätzen zur Analyse von Privatheit kombiniert und kritisch geprüft werden. Durch die interdisziplinäre Verzahnung sind Modelle und Lösungsansätze zu erwarten, die mehrdimensionaler sind, als es rein juristische, kultur-, sozial- oder medienwissenschaftliche sein können. Zugleich werden die zu erwartenden Forschungsergebnisse integrativ und nicht reduktionistisch sein und als Beitrag zu allen beteiligten Disziplinen dienen. Das umfasst soziologische, philosophische, psychologische und ökonomische ebenso wie kommunikations-, medien- und politikwissenschaftliche Forschungsfelder.

2. Unsere Forschung soll aufzeigen, wo Privatheitskonzepte und Effekte der Digitalisierung fachspezifische Besonderheiten aufweisen, die sich einer Verallgemeinerung verweigern und so die Grenzen einer produktiven Interdisziplinarität bilden. 

3. Die Forschungstätigkeit des Kollegs erfolgt aufgrund der sehr guten Vernetzung der Einrichtung stets auch im Wissen und in Abstimmung mit anderen, auch internationalen Institutionen. Damit werden aktuellste Ansätze der Privatheitsforschung vom Graduiertenkolleg nicht nur berücksichtigt, sondern mitgeformt.

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