Julia-Maria Mönig

Julia-Maria Mönig

Postdocforschungsprojekt "Privatheitsschutz als Luxus der glücklichen Wenigen?"

Privatheit erscheint in verschiedenen Kontexten als eine Art „Luxusproblem“. Aktuell bestätigt sich dies z. B. wenn eine Person aufgrund ihres Geldes die Wahl hat, die eigenen Daten nicht zugunsten von Rabatten oder günstigeren Tarifen preiszugegeben. Historisch wurde beispielsweise die Forderung nach Schutz von Eigentum gegenüber dem Staat in der Philosophie der Neuzeit aus bürgerlicher Perspektive formuliert. Diese Arbeitshypothese wirft Fragen der Gerechtigkeit sowie der Freiheit auf, womit im Forschungsvorhaben zentrale Themen der praktischen Philosophie verbunden werden. Als politische Forderung wurde die These bereits geäußert, so etwa kürzlich in einem Positionspapier des Instituts für digitale Ethik, jedoch besteht das Desiderat, sie wissenschaftlich zu fundieren.

Arbeitstitel der Dissertation

Hannah Arendts Privatheitsbegriff - mehr als nur die Kehrseite der Öffentlichkeit?

Abstract

Im geplanten Dissertationsprojekt mit dem Arbeitstitel 'Hannah Arendts Privatheitsbegriff: mehr als nur die Kehrseite der Öffentlichkeit?' wird Hannah Arendts umstrittener Begriff des Privaten, vor dem Hintergrund bestehender Privatheitstheorien daraufhin untersucht, ob ihre ex negativo-Bestimmung des Privaten mehr beinhaltet, als das bloße Gegenstück zum Öffentlichen zu sein. Es wird davon ausgegangen, dass Arendts Privatheitsverständnis zur aktuellen Privatheitsdebatte, einerseits einen Beitrag leisten kann hinsichtlich der Diskussion um die befürchtete 'Bedrohung' des Privaten, andererseits wird vor dem Hintergrund von Arendts Totalitarismuskritik herausgearbeitet, warum das Private (auch und gerade) in modernen freiheitlich-demokratischen Staatsformen geschützt werden sollte. Ziel ist es, zu zeigen, dass Hannah Arendts Privatheitskonzeption über eine bloß lokale aristotelische oikos-polis- Unterscheidung hinausgeht. In einem ersten Schritt werden verschiedene Vorstellungen, Theorien und Konzeptionen von Privatheit untersucht, um in einem zweiten Schritt anhand dieser aufzuzeigen, weches Potential Hannah Arendts Werke hinsichtlich aktueller Privatheitsdebatten und für die Privatheitsforschung enthalten. Zentral ist dabei die Frage, wo in den verschiedenen Konzepten die Freiheit angesiedelt ist, da aus der liberalistischen Tradition heraus Privatheit eng mit dem Begriff negativer Freiheit verknüpft ist, bei Hannah Arendt Freiheit jedoch in den Bereich des Öffentlichen gehört. Hannah Arendts gesamtes Werk wird dabei auf Thematisierungen des Privaten hin untersucht, um mit Arendt über Arendt hinaus eine Bestimmung des Privaten zu finden.

Forschungsinteressen

Privatheitsforschung, Exilforschung, Bildungs-/Erziehungsphilosophie, Hannah Arendt, politische Philosophie, Philosophie des 20. Jahrhunderts

Publikationen

Zeitschriftenartikel und Beiträge in Tagungsbänden:

Herausgaben:

Miszellen:

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