Christian Aldenhoff

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Kontakt:

Christian Aldenhoff
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Graduiertenkolleg Privatheit und Digitalisierung


Nikolastr. 12
94032 Passau

Raum:N12 013
Telefon:+49(0)851/509-3291
E-Mail:christian.aldenhoff@uni-passau.de
Foto Christian Aldenhoff
Sprechstunde
Nach Vereinbarung
Arbeitstitel des Dissertationsprojekts
Informationelle Privatheit als moralisches Recht
Abstract
In der deutschen Rechtstradition wird als normative Grundlage für die Regelungen des Datenschutzrechts überwiegend auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung abgestellt. Es stellt eine spezielle Ausformung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts dar. Durch den Prozess der Digitalisierung weiter Teile der Kommunikation in modernen Gesellschaften muss man sich aber die Frage stellen, ob Nutzer von Kommunikationsdiensten überhaupt noch in der Lage sind, die weitgehend automatisierten Prozesse der Datenverarbeitung und das Zustandekommen darauf aufbauender Informationsangebote zu überblicken. Das Modell der Selbstkontrolle scheint daher nicht mehr auf die aktuellen Gegebenheiten zu passen. Versuche, dieser Entwicklung durch Regulierung auf technischer Ebene zu begegnen, werden häufig kritisiert, da (angeblich) gesellschaftliche Innovation gehemmt würde. Teilweise wird dazu geraten, sich den neuen Verhältnissen anzupassen und Werte wie Privatheit zugunsten einer allgegenwärtigen Transparenz aufzugeben.

Das hier verfolgte Dissertationsprojekt nimmt diese Entwicklung zum Anlass, zunächst einen Schritt zurückzugehen. Es soll noch einmal grundsätzlich darüber nachgedacht werden, was mit einem Begriff wie Privatheit eigentlich gemeint ist. In welchem Zusammenhang könnte Privatheit oder Privatsphäre mit der Entwicklung von Persönlichkeit stehen? Was heißt es eigentlich, von Persönlichkeit zu sprechen?

Erst wenn diese Fragen einer zumindest plausiblen Antwort zugeführt worden sind, erscheint es möglich, einen gesellschaftlichen Aushandlungsprozess zu führen, ob, wie und auf welche Weise Regulierungen der modernen Kommunikationsgesellschaft notwendig sind. Der verfolgte Begründungsansatz steht dabei insoweit in einer kantischen Tradition, als dass er das Individuum als Ausgangspunkt für moralische (Selbst-)Zuschreibung wählt. Voraussetzung für ein solches Konzept der Moral ist, dass wir uns selbst als autonome Subjekte verstehen können. Allerdings wird ein eher schwaches Autonomieverständnis vorausgesetzt, welches lediglich annimmt, dass Menschen über ihr Handeln und die zugrunde liegenden Gründe reflektieren können. Diese Reflexionsfähigkeit ist der Anknüpfungspunkt moralischer und schließlich rechtliche Zuschreibung. Auf der Grundlage dieses Autonomieverständnisses soll ein moralisch fundierter Rechtsbegriff der informationellen Privatheit entwickelt werden.
Lebenslauf
Berufliche Tätigkeiten
01.2017-heute Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Graduiertenkolleg 1681/2 „Privatheit und Digitalisierung“ an der Universität Passau
06.2016-12.2016 Referent für E-Commerce und unlautere Werbung bei der Verbraucherzentrale NRW
03.2015-05.2016 Rechtsanwalt in der Kanzlei weber & sauberschwarz
08.2012-09.2014 Rechtsreferendariat am Landgericht Bonn
05.2011-03.2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Kanzlei GÖRG Rechtsanwälte

Vorträge

26.10.2017 Wie freiwillig kann die Einwilligung im reformierten EU-Datenschutzrecht erklärt werden? Interdisziplinäre Tagung: Digitalität und Privatheit Universität Passau
28.05.2018 Autonomy as the Foundation for a Right to Privacy International Symposium Rethinking Privacy - Interdisciplinary Perspectives Goethe-Universität Frankfurt am Main

06.10.2018 Privacy as a Moral Right Internationale Konferez Amsterdam Privacy Conference 2018

Lehre
 

WS 2016 Gastdozent im Seminar Dienstleistungsmanagement (Prof. Dr. Verena Richelsen) Westfälischen Hochschule (Bocholt)
SoSe 2018 Proseminar Liberalismus vs. Kommunitarismus – Rekonstruktion einer Debatte Universität Passau
July/August 2018 Sommerschool Talente im Land 2018, Bereich Recht, zusammen mit Prof. Dr. Tobias Keber

Studium

10.2015-11.2016 Masterstudiengang „Gewerblicher Rechtsschutz“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (LL.M.)
04.2010-09.2012 Studium der Philosophie an der Universität zu Köln (B.A.)
10.2006-01.2010 Studium der Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln (1. Staatsexamen)
10.2005-09.2006 Auslandsstudium an der rechtwissenschaftlichen Fakultät der Universidad de Salamanca / Spanien
10.2002-09.2005 Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

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