Lea Raabe

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Kontakt:

Lea Raabe
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Graduiertenkolleg Privatheit und Digitalisierung


Nikolastr. 12
94032 Passau

Raum:N12 013
Telefon:+49(0)851/509-3291
E-Mail:Lea.Raabe@uni-passau.de
Foto Lea Raabe
Arbeitstitel der Dissertation
Radikalisierung durch Privatisierung - Diskursanalyse digitaler Teilöffentlichkeiten im Kontext journalistischer Online-Formate
Abstract
Mit dem Web 2.0 sind viele Hoffnungen auf eine positive, demokratieförderndeEntwicklung im Kontext politischer Partizipation aufgekommen, doch vermehrt zeichnen sich dort auch demokratiegefährdende Phänomene wie Fake News, Hass-Postings, die Abschaltung von Kommentarspalten etc. ab. Die sozialwissenschaftliche Forschung zeigt zudem negative Einflüsse durch so genannte ›Filter Bubbles‹ und Echokammersysteme auf. Die in diesem Zusammenhang vertretene These lautet: Internetnutzerinnen und-nutzer werden durch ihr individuelles Browsing-Verhalten und die hinter den Internetangeboten stehenden Algorithmen immer weniger mit ideologisch unterschiedlichen Meinungen konfrontiert und sind somit häufig nur einer Seite des politischen Spektrums ausgesetzt: »In this sense, many - indeed nearly all - users exist in so-called echo chambers.« (Flaxman/Goel/Rao 2016: 20)

Aufgrund ebendieser Phänomene sollen die grundlegenden Thesen der geplanten Studie nicht den positiven Prognosen und Grundannahmen zur demokratischen Grundstruktur internetbasierter Kommunikation und politischer Partizipation entsprechen. Im Kontext zunehmend aufkommender Machtkämpfe um die Deutungshoheit innerhalb strukturell öffentlicher Online-Diskurse scheint es vielmehr so, als ob die Erörterung von Fragen, die alle etwas angehen, immer schwieriger wird. Öffentlichkeit erscheint zunehmend fragmentiert – Online-Medien scheinen eine in Teildiskurse zerfallende Öffentlichkeit zu fördern. Die in den 1990er Jahren formulierte Fragmentierungsthese gewinnt in der heutigen Zeit also neue Bedeutung, betrachtet man die durch das Web 2.0 geprägten gesellschaftlichen Entwicklungen. So konstatierte bereits Holtz-Bacha im Jahr 1998, dass eine Fragmentierung »dem Netz gewissermaßen inhärent [ist]: Es gibt kein Massenpublikum eines festen Angebots im Internet.« (S. 223)

In digitalen Diskursen wirkt es, als sei die prinzipiell offen und partizipationsfördernd strukturierte Online-Öffentlichkeit in privatisierte Teilöffentlichkeiten untergliedert. Hier könnte – als arbeitsleitende These formuliert – diskursive Abschirmung radikalisierend wirken, da Gegenargumente zu den eigenen Diskursen nicht aufgenommen werden und die Nutzerinnen und Nutzer somit stets nur ihren eigenen ideologischen Vorstellungen ausgesetzt sind. Dieses Phänomen soll anhand der Internetauftritte und Kommentarspalten journalistischer Online-Formate untersucht und mithilfe der Diskursanalyse nach Ernesto Laclau und Chantal Mouffe (1985) dechiffriert werden.
Publikationen

Diskursstrategien in Online-Teilöffentlichkeiten am Beispiel der Jungen Alternative für Deutschland, in: Oswald, Michael/Johann, Michael (Hrsg.): Strategische Politische Kommunikation im digitalen Wandel. Interdisziplinäre Perspektiven auf ein dynamisches Forschungsfeld, Wiesbaden: Springer VS Verlag 2018.

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